Tuberkulose, alte und neue Gefahr in der Welt

 
 

 

Am Welttuberkulosetag wird an die Gefahr erinnert, die von der Tuberkulose ausgeht, obwohl man noch vor 20 Jahren geglaubt hatte, die Krankheit sei dank neuer Medikamente besiegt.


Dies war eine Täuschung. Die Tuberkulose nimmt in Deutschland zwar weiterhin leicht ab, aber Entwarnung kann nicht gegeben werden. Die resistenten und offenbar auch die schweren Tuberkulosen nehmen sogar in Deutschland leicht zu. Dramatisch sehen die weltweiten Zahlen aus: Jede Sekunde infiziert sich ein Mensch neu an einer Tuberkulose (ohne Krankheitszeichen).
Im Jahre 2005 schätzt man die Zahl der neuen Erkrankungen, mit Krankheitszeichen und somit mit krankhaften Lungenveränderungen auf zehn Millionen. Alle drei bis vier Sekunden wird dann ein Mensch an einer Lungentuberkulose erkranken. Die Betroffenen stecken andere an, da die Krankheit erfahrungsgemäß monatelang nicht entdeckt wird. Etwa zwei Millionen Menschen sterben jährlich an einer Tuberkulose – das ist mehr als die Hälfte der Einwohnerzahl Berlins.

Der Bioterorrismus hat uns gelehrt, dass die Probleme nicht an unseren Grenzen Halt machen. Viele Millionen Menschen reisen jährlich in andere Länder. Die Übertragung der Krankheit ist somit unvermeidbar. Allein in Russland rechnet man mit einer Viertel Million neuen Erkrankungen pro Jahr, in Rumänien liegt die Inzidenz mit über 100 Tuberkulose – Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mehr als zehnmal so hoch wie bei uns. Beide Staaten sind praktisch Nachbarländer. Auch dort wird die Tuberkulose wegen unzureichender diagnostischer Möglichkeiten zu spät erkannt.

Die dramatische Zunahme der Tuberkulose geht insbesondere in Afrika und Asien auf die nahezu unkontrollierbar ansteigende AIDS-Seuche zurück. Die Immunschwäche begünstigt das Entstehen der Tuberkulose, die im Gegensatz zu AIDS praktisch nur über die Luft, das heißt durch ausgehustete Tröpfchen, also durch Husten übertragen wird.

Bei der Tuberkulose besteht das große und bisher nicht bekannte Übel darin, dass zahlreiche Tuberkuloseerreger insbesondere in den Entwicklungsländern (bei uns bis zu 15 Prozent) nicht mehr auf die üblichen Medikamente ansprechen beziehungsweise resistent sind. Auf der Welt erkrankten im Jahr 2000 nach Schätzungen der WHO über 270.000 Menschen an einer Tuberkulose, deren Bakterienstamm multiresistent war, das heißt gegen den die meisten Medikamente nicht mehr wirksam sind.

Wie man sich schützen kann, erfahren Sie in einem der folgenden Artikel.

 

   
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